Wir

Was interessiert uns am Mittelalter? Nun die Interessen sind so unterschiedlich, wie die Anzahl der Gruppenmitglieder. Einige haben eine Vorliebe für die “blanken Waffen” und interessieren sich daher für die Kampfkunst und Waffenkunde. Andere wollen wissen und erfahren wie Kleidung hergestellt und getragen wurde und wie die Bevölkerung damit auch bei schlechter Witterung zu recht kam. Andere lieben die Musik,  die Zeit ohne Strom und Internet oder wollen mehr über die handwerklichen Fertigkeiten unserer Vorfahren in Erfahrung bringen.  Über das romantisch verklärte Ambiente hinaus versuchen wir den Besuchern auf  Märkten und Veranstaltungen, nicht nur etwas zu zeigen und auftauchende Fragen zu beantworten, sondern auch Denk- und Überlegungsanstöße zu geben um den Blick in Richtung der tatsächlichen Lebensumstände etwas zu schärfen. In erster Linie ist für uns die Beschäftigung mit der Thematik Mittelalter aber eine aktive und vielseitige Freizeitgestaltung. Wir bemühen uns stets unser Wissen zu erweitern und gleichzeitig unsere Ausstattung kontinuierlich zu verbessern und wissen auch, dass noch eine große Wegstrecke vor uns liegt um eine akzeptable Darstellung zu erreichen.  Daher ist der Weg das Ziel und andere Gruppen mithin auch der Ansporn diesen weiter zu beschreiten.

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Nils zu Winenheim

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Bernard de Noyer

Mein Name ist Bernard de Noyer.

Meine Heimat ist die Normandie und dort stand ich bisher in Diensten meiner Familie und begleitete meinen Oheim auf einen Kreuzzug ins heilige Land. Ich verließ also vor Jahren – wie so viele Familienväter – mein Weib und meine Kinder und kehrte ihnen den Rücken in der Hoffnung so dem Herrn näher zu sein.

Für meine Frau Ava und meine Kinder war das Leben allein nicht immer einfach. Mein Sohn hatte schon das Eintrittsalter eines Knappen überschritten und ich war nicht zugegen um ihn in eine entsprechende Familie zu geben. So entschied mein Weib für mich und gab ihn einen in die Heimat reisenden Mönch mit, der nach Worms an den Rhein zog. Der Mönch litt einige Wochen unter Fieberanfällen und mein Weib pflegte ihn bis zu seiner Genesung.

Als Dank bot er ihr an, sich des Knaben anzunehmen und ihm Zugang zu seiner Brudergemeinschaft zu ermöglichen. Der Mönch war alt und ein  Mitglied der Gemeinschaft des Kloster Laurisham im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er bot seine Hilfe nicht uneigennützig an, denn der Weg ist weit und beschwerlich.

Kurzerhand gab man ihm den blonden Knaben mit, denn eigentlich hatte er als Reisebegleiter ausgedient und zu dieser Zeit hielten viele Novizen ins Kloster Einzug, deren Namen bekannter waren und die Bevorzugung erlangten auch in Form von klingender Münze.

Es sind vier Jahre vergangen seit unser Sohn in den Knappendienst des Mathias von Winenheim eingetreten ist. Bernd_von_Birkenau

Als ich nach 5 Jahren aus dem Heiligen Land zurückkam, diente mein Sohn schon zwei Jahre in Winenheim. Ich machte meinem Weib schwere Vorwürfe für ihren eigenmächtigen Schritt aber die wenigen Zeilen, die mein Sohn aus der Ferne nach Hause gesandt hatte, überzeugten mich davon, dass es die richtige Entscheidung war.

Als dann im Frühjahr des letzten Jahres ein Bote mit einer Einladung seines Dienstherren kam, seiner Schwertleite beizuwohnen, erfüllte es mich mit außerordentlichem Stolz.

Die Stellung am Hofe meines Oheims war seit der Rückkehr aus dem Heiligen Land nicht mehr die selbe und so fiel es weder mir, noch meinem Weib und unserer Tochter, schwer die Reise an den Rhein anzutreten.

So kam es, dass wir uns in der Nähe von Winenheim, im Weiler Berkenowa, niederließen. Mein Weib hat die Stadt schon immer verabscheut und das Lärmen und Treiben in Winenheim ist ihr unerträglich.

In Berkenowa, welches ebenfalls unter dem Schutz des Kloster Laurisham steht, konnte ich den Mönchen beim Aufbau einiger Gebäude zur Hand gehen und meine Erfahrungen beim Palisadenbau wurde gerne angenommen. Da zur Zeit keine weiteren Baumaßnahmen geplant sind, und mein Weib die Küche der Mönche mit ihren doch eher exotischen Kochkünsten verändert hatte, und sie sich diese Erhalten wollen, ermöglichte man mir den Eintritt als Ministerialer zur Burgbesatzung.

Aber auch meine Waffenbrüder nehmen gerne die Küchenkünste meiner hohen Frau in Anspruch und sie freut sich über jede Gelegenheit die doch eher karge, einseitige Küche der Burg zu bereichern.

So sehe ich mein Weib nun ständig mit Schürze und Kopftuch gekleidet und mit Kellen und Löffeln bewaffnet, anstatt ihres Ranges gemäß züchtig an ihrem Stickrahmen sitzend oder Borten webend.

Trotzdem erhoffte sich  mein Weib,  dass der Junge sein Temperament zu zügeln lerne und in Demut ein guter Gottesdiener werden würde. Doch das Schicksal wollte es anders und die erste Berührung mit dem Kloster Laurisham verlief ganz anders. Es war einer der Dienstmannen zu Winenheim der im Kloster Lorsch Besorgungen tätigte und ebenso um Verstärkung für die Burg ersuchte.

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Ritter Mathias zu Winenheim

IMathias_von_Winenheimm Jahre des Herrn 1140 habe ich im Dorf Mulnen als Zweitgeborener das Licht der Welt banner_markuserblickt. Ich musste schon früh als Page auf die Starkenburg gehen, obwohl die Zeit als Page sehr schwer und nicht oft mit Sonnenschein gesegnet war, kam in späteren Jahren doch das Glück auf mich zu. Denn ich wurde als Knappe im Waffengang und ritterlichen Tugenden unterwiesen. Durch mein Geschick an der Waffe wurde ich als Dienstmann eingesetzt und musste so manche Tage meine Kampfkunst unter Beweis stellen. Bis ich dem klösterlichen Wunsch folgte den damaligen Hauptmann Achim von Winenheim als Dienstmann zu unterstützten und die Reihen der Dienstmannen auf der Burg Windeck zu verstärken.

Und das Glück?
Das Glück hat mich nicht verlassen denn ich fand bei meiner Arbeit in Winenheim. In einer nicht weit entfernten Gemarkung mein Weib Tanja vom Kirschbuckel. Die ich ehelichte und die mir eine Tochter und einen Sohn schenkte. Mein Sohn ist jetzt Page und meine wunderschöne Tochter hätte lieber Pfeil, Bogen und die passende Kleidung  als ein Kleid und die tägliche Arbeit.

Ich suche immer noch Knappen. Nicht nur damit meine Rüstung glänzt sondern um sie auf den Weg zum Rittertum zu begleiten.
Also wenn ihr ein Dienstmann der Winenheimer werden wollt, dann lasst von euch hören.

Gehabt euch wohl

Mathias von Winenheim

Jürgen von Seeheim

ka3 Seit gegrüßt Ihr, die Ihr meine Kammer besucht. Ich bin Jürgen von Seeheim und seit einigen Jahren als Lorscher Dienstmann tätig. Schon vor einigen Monden wurde ich auf das Castrum oberhalb des Weilers Winenheim versetzt um die dortigen Dienstmannen zu verstärken und diese im Gebrauch der Waffen zu unterweisen. Denn unserem ehrwürdigen Abt Sigehard ist zu Ohren gekommen, dass es mit der Schlagkraft der Mannen derzeit nicht zum Besten steht. Statt sich zu wappnen und im Kampfe zu ertüchtigen – ziehen diese es anscheinend vor in der Schenke zum schwulen Uhu ihre Kehlen zu ölen, die Schankmaiden zu belästigen und sich der Völlerei hin zu geben. Der Abt hat mir aufgetragen diesen Missständen umgehend Einhalt zu gebieten und wieder für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen. Mein Schwert liegt stets griffbereit neben mir auch wenn ich die müden Glieder auf meinem Strohsack ausruhe, denn die zahlreichen Pilgerfahrten, die mich auch bis an`s Ende der Welt führten, hielten mich an wachsam zu sein, da man gerade zu nächtlicher Stunde stets mit dem schlimmsten rechnen muss. Drum nehmet Euch in acht und erschreckt mich nicht, denn es könnte zu Eurem Nachteil gereichen.

Nach dem verdienten Nachtmahle stehe ich den Dienstmannen auch als Seelsorger zur Verfügung und es ist mir stets ein besonderes Anliegen die anwesenden und greifbaren Heiden mit dem rechten Glauben vertraut zu machen und diese sodann durch eine Taufe auf den richtigen  Weg zu bringen.ju2_ ju_3_